Heute morgen gegen 11 Uhr war es wieder soweit: Wie bei den anderen Spielen der deutschen Nationalmannschaft hatte das Aquarien-Team des Sea Life Oberhausen jeweils zwei Gläser auf einer Platte befestigt. Auf die Gläser waren zur Unterscheidung die Flaggen der beiden gegnerischen Teams geklebt - eine für Deutschland und eine für Spanien. Die mit Leckerbissen gefüllten Gläser wurden dann direkt vor den Augen der Besucher ins Wasser gelassen. Das Glas, welches zuerst von dem Kraken angegangen wurde, steht für das Siegerteam.
Die Spannung beim anwesenden Publikum stieg als die Gläser ins Becken gelassen wurden. Aber dann: Paul steuert auf das Glas mit der spanischen Flagge zu, öffnet es und verspeist den innenliegenden Leckerbissen. Einige Leute waren richtig bestürzt und manche riefen "Buh". Wenige gemeine Leute haben sogar vorgeschlagen, Paul zu Tintenfischringen zu verarbeiten, einer griechischen Spezialität. Aber das würden die Leute von Sea Life natürlich nicht zulassen.
Vielleicht mag er das rechte Glas lieber?

- Das Glas mit der serbische Fahne war ebenfalls auf der rechten Seite. Dieses Spiel hatte die deutsche Mannschaft mit 0:1 verloren. © Sea Life Oberhausen
Dennoch: Bei einer bisherigen Trefferquote von 100 Prozent bleibt nur zu hoffen, dass Irren nicht nur menschlich ist, sondern auch krakisch. Allerdings könnte es auch sein, dass Paul das rechte Glas einfach lieber hat. Bisher schlüpfte er nämlich meistens in das Glas auf dieser Seite. So war das bei den Spielen gegen Serbien, gegen Ghana und auch gegen Argentinien. Womöglich ist ihm die Fahne darauf ja ganz egal.
Die Nationalmannschaften Deutschlands und Spaniens trafen bisher 20-mal aufeinander, achtmal siegte dabei das deutsche Team, sechsmal die Selecciòn (die spanische "Auswahl"). Die anderen Spiele gingen unentschieden aus. Der dreimalige Weltmeister Deutschland ist als Turniermannschaft bekannt, die sich von Spiel zu Spiel steigert. Für die spanische Mannschaft spricht die jüngste Vergangenheit, denn seit 2003 wurde kein Spiel mehr verloren. Nur in ihrem ersten WM-Spiel gegen die Schweiz waren sie unterlegen.










