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Verschollene Kunstwerke ausgegraben

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Zwei der gefundenen Kunstwerke. Links das Bildnis einer Schauspielerin des Künstlers Edwin Scharff. Rechts eine Tänzerin der Künstlerin Marg Moll. (Bilder: Achim Kleuker, Berlin)

Montag 8. November 2010, von Berit Schwetzke

Nach mehr als 65 Jahren sind in Berlin zufällig 11 wertvolle Kunstwerke wiederentdeckt worden. Die Skulpturen wurden im Zweiten Weltkrieg im Erdboden vor dem Rathaus vergraben.

Am Alexanderplatz in Berlin wurden bei U-Bahn-Bauarbeiten zufällig 11 Kunstwerke gefunden und ausgegraben. Die Skulpturen von bedeutenden Bildhauern wie Edwin Scharff und Otto Baum galten bis jetzt als verschollen. Wie sie in den Berliner Erdboden kamen, ist bis jetzt noch ein Rätsel. Womöglich wollte sie ein Kunstliebhaber so während des Zweiten Weltkriegs vor der Zerstörung retten.

Die gefundenen Figuren wurden von den Nazis als "entartet" (also: nicht normal) eingestuft. Einige dieser Skulpturen wurden von ihnen damals in der Ausstellung "Entartete Kunst" gezeigt. Das war eine Propaganda-Ausstellung der Nazis, die zeigen sollte, wie Kunst nicht aussehen sollte. Moderne Kunstwerke wurden im Nationalsozialismus nämlich verpönt.

Damals wurden viele Künstler und ihre Werke als "undeutsch" eingestuft und verboten. Künstler bekamen Berufsverbot oder mussten auswandern. Rund 16.000 Kunstwerke wurden als "entartet" eingeordnet und teilweise auch vernichtet. Die nun wiedergefundenen Figuren sind ab sofort im Neuen Museum auf der Berliner Museumsinsel zu sehen.

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